Vier Säulen des Prüfungserfolges

Erfolgssäulen

Erfolgsfaktor 1: Das Fachwissen

Merke: Es bringt nichts, noch so viele Fakten stur auswendig zu lernen. Wichtig ist, diese Faktoren auch in einen großen Zusammenhang bringen zu können, sowie die Fähigkeit zur Interpretation, Analyse und Reflexion von Fakten.

Eine geschickte Komposition von Informationen ist daher ein zentrales Moment von Prüfungserfolg.

Die Bedeutung der richtigen Kombination einzelner Elemente des Fachwissens wird auch in folgendem Beispiel deutlich:

Daten: Fachbegriffe, Zahlen, Wörter sind der Grundstoff des Lernens. Aber allein sagen sie uns nichts. So bringt es z.B. nichts, wenn wir den Fachbegriff des Medikamentes „Citalopram“ kennen, wenn wir es nicht in einen Zusammenhang bringen können.

Informationen: Daten mit einer Bedeutung oder einem praktischen Nutzen nennen wir Informationen. So wäre z.B. die Aussage: „Nehmen Sie das Medikament „Citalopram“ einmal täglich morgens ein, wenn sie unter einer depressiven Verstimmung leiden.

Wissen: Wissen zeichnet sich durch die Möglichkeit des Transfers der Informationen auf verschiedene Bereiche aus. So muss der Arzt, der Citalopram verschreibt, die Symptome des Patienten und die Passgenauigkeit des Medikaments, unter Berücksichtigung von Hintergrundinformationen, einschätzen können.

 

Mit den verschiedenen Wissensformen verhält es sich wie mit einer Leiter, man arbeitet sich an den einzelnen Stufen empor. Es ist jedoch äußerst wichtig, nicht die oberen beiden Stufen zu Gunsten des Auswendiglernens zu vernachlässigen, denn erst bei der dritten Stufe verfügen wir über ein robustes, sicheres Wissensnetz.

Richte daher deinen Fokus auf Zusammenhänge & Verständnis. Viele Informationen leiten sich daraus automatisch ab.

Erfolgsfaktor 2: Die Verpackung / Prüfungsform

Eine Prüfung misst nicht nur dein Fachwissen, sondern auch wie gut du dieses auf verschiedene Situationen anwenden kannst. So misst eine schriftliche Klausur:

  • Deine Belastbarkeit (Wie gut kannst du unter Zeitdruck arbeiten?)
  • Wie gut du dein Wissen auf eine Fragestellung anwenden kannst (Themenbezug)
  • Wie gut du deine Gedanken strukturieren kannst: Logik & Argumentationsfähigkeit)
  • Wie gut du dich ausdrücken kannst (kommunikative Fähigkeiten)
  • Ob du dich auf wesentliche Punkte fokussieren kannst (Priorisieren)
  • Eigene Ideen/ Beispiele/Meinung (Kreativität, Praxisbezug, Beurteilung)

Wie würdest du dich in Bezug auf diese Punkte einschätzen?

Markiere die Kompetenzen grün, über die du sicher verfügst,

Ausbaufähiges gelb und deine Schwierigkeiten mit rot.

Erfolgsfaktor 3: Tagesform und Energielevel

Lerne bloß nicht bis zur letzten Minute & am Tag vor der Klausur keine neuen Informationen. Schlafe genug und ruhe dich aus. Vermeide Gespräche vor Klausuren mit Mitschülern/ Kommilitonen, die nur den Effekt haben, sich gegenseitig verrückt zu machen.

 

Erfolgsfaktor 4: Glück

Letztendlich ist auch immer ein bisschen Glück im Spiel. Es kann immer sein, dass man bei seinem Lehrer/ Dozenten/ Prof einen schlechten Tag erwischt hat. Nicht jeder konzentriert sich darauf Subjektivität auf dem größtmöglichen Minimum zu halten.

 

Rekapituliere deine Ziele

 

Das Pareto-Prinzip:

Das Pareto-Prinzip besagt, dass wir 80% des Stoffes in 20 % der Zeit lernen können, wohingegen wir für die „perfekten“ letzten 20 % des Stoffes, 80 % der Zeit benötigen.

Generell ist es natürlich sehr empfehlenswert, nicht auf Lücke zu lernen, allerdings müssen vielleicht manche Fakten nicht bis ins kleinste Detail gelernt werden. Stattdessen könnte man sich in der Zwischenzeit z.B.

  • Diskussionsbeiträge zu den Themen anschauen
  • Seine Kommunikationsfähigkeit (Schreibstil) verbessern
  • Anwendung von Operatoren üben:
  • Analyse
  • Interpretation
  • Argumentation
  • Beurteilung
  • Einordnung in eine Epoche
  • Strukturierung eines Essays
  • Hintergrundinformationen zu den Themen einholen, die ein umfassenderes & tieferes Verständnis des Themenbereichs ermöglichen

 

 

Was willst du in dieser Prüfung erreichen?

100%: Kein Fehler/ Risikominimierung:

Gib nicht 150 %. Die Gefahr sich zu verzetteln ist sehr groß. Stelle Kriterien auf:

Was musst du wissen?

Was sind die Erfolgsfaktoren für diese Klausur?

Versuche, dein Wissen elegant auf den Punkt zu bringen, Zusammenhänge zu verstehen und weiter zu denken, als Andere es tun.

 

Versuche das einmal beispielhaft an dem Text.

  1. Schaue dir die Klausuraufgaben & den Text an und versuche daraus 4 Erfolgskriterien abzuleiten.
  2. Identifiziere die Hauptgedanken des Autors. Versuche sie so kurz und prägnant wie möglich zusammenzufassen.
  3. Versuche das fürs Verständnis Unwichtige aus den folgenden Aussagen durchzustreichen.

 

  1. Januar 1972: Bloody Sunday in Nordirland

27.1.2017

Vor 45 Jahren wurden während eines Protestmarsches in der nordirischen Stadt Londonderry dreizehn Menschen vom britischen Militär erschossen – ein weiterer starb später an seinen Verletzungen. Dieser Tag sollte als “Bloody Sunday” in die Geschichte eingehen. Die genauen Hintergründe und der Tathergang kamen erst Jahrzehnte später ans Licht.

Der Bloody Sunday zählt zu den blutigsten Höhepunkten des Nordirlandkonfliktes. In Großbritannien wird dieser Konflikt auch “the Troubles” genannt. In den Jahren von 1968 bis 1998 waren Gewalt und Unruhen in Nordirland alltäglich.

Die bürgerkriegsähnlichen Zustände begannen mit einer Bürgerrechtsdemonstration der Northern Ireland Civil Rights Association (NICRA) 1968 im nordirischen Londonderry, die für Reformen und Gleichberechtigung auf die Straße ging. Dabei kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen mit und vonseiten der Polizei, was weitere heftige Aufstände und Ausschreitungen zur Folge hatte. Es folgten jahrelange Gefechte zwischen den nach Unabhängigkeit für Nordirland strebenden nationalistischen Katholiken und den unionistischen Protestanten. Erst im Jahre 1998 fand der Konflikt mit dem “Good Friday Agreement” (auch Belfast Agreement oder Karfreitags-Abkommen genannt) eine Beruhigung.

Die Ereignisse am Bloody Sunday

Am Bloody Sunday am 30. Januar 1972 gingen unterschiedlichen Schätzungen zufolge zwischen 5.000 bis 20.000 Menschen in Londonderry auf die Straße, um gegen die damals gängige Praxis der britischen Regierung zu protestieren, vermeintliche Sympathisanten der paramilitärischen Organisation “Irisch-Republikanische Armee” (IRA) ohne Gerichtsverfahren inhaftieren zu können. Im Verlauf des Protestes erschossen dabei britische Fallschirmjäger dreizehn männliche Demonstranten – damit begründend, dass diese zuerst geschossen bzw. eine Gefahr für die Soldaten dargestellt hätten. Ein weiterer starb später an seinen Schussverletzungen.

Die Ereignisse des Bloody Sundays trugen wesentlich zur Eskalation des Nordirlandkonflikts bei. Eine erste Untersuchung noch im selben Jahr, das so genannte Widgery Tribunal, entlastete das Militär, was wiederum die Gewalt weiter verschärfte.

 

Suche nach Satzkonstruktionen, die deine Gedanken klarer machen können:

 

a.) Dazu sind drei Dinge zu sagen: Erstens…Zweitens…Drittens

b.) Obwohl alle Aspekte für sich wichtig sind, möchte ich im Folgenden vor Allem deren Zusammenspiel erläutern…

c.) Auf der einen Seite bietet Theorie A viele Vorteile. Auf der anderen Seite sollte man nicht vergessen, dass…

d.) Das berühmte Zitat von Kant: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“, beschreibt den Kerngedanken der Aufklärung…

e.) Darin liegt das Paradox: Wie können wir X tun, ohne…

f.) Dieses Konzept 1:1 zu übernehmen, mag ein Problem lösen, aber ein viel Größeres schaffen…

g.) Es sollte in Betracht gezogen werden….

h.) Vor dem Hintergrund der…

i.) Aus dieser Perspektive erscheint…

Weiterhin kann man zu fast jedem Thema eine Strukturtabelle anfertigen. Diese organisiert und komprimiert den Inhalt, den du in einer Klausur wiedergeben musst.

 

Z.B. für Argumentationen/ Vergleiche

  Theorie A Theorie B
Grundannahmen
Gemeinsamkeiten (PRO) ….. ….
Unterschiede

(Contra)

Weiteres
 

 

Für Interpretationen/ Analysen

Textzitat Sprachliches Mittel Effekt
„Er war schlau. Er war sehr schlau“ Anapher Fokussierung auf den Charakter
 
 
 

 

Welche Inhalte müssen verstanden werden?

Beachte die Anzahl der Fragen:

Dabei kannst dich orientieren:

  • An den Vorlieben deines Lehrers (wird z.B. in Geschichte oder Politik Wissen breit oder tief abgefragt, d.h. gibt es eine Reihe an Fragen zu verschiedenen Inhalten oder weniger mit Argumentations- oder Erörterungsaufgaben?)
  • An dem Fach (so werden in Deutsch bei einer Interpretation oder Argumentation oft eher 2 -3 Klausurfragen abgefragt, z.B. eine mit höherer Gewichtung und eine mit geringerer Gewichtung)
Was häufiger geprüft wird Was meist nicht explizit geprüft wird
 

Kontroversen, Debatten, Denkschulen, Hauptaussagen

 

Inhalte, die weiter hinten im Semester/ Jahr geprüft wurden

 

Verständnis und Anwendungen

 

Überschneidungen von Themengebieten

 

Interessen des Profs/ Lehrers

 

Zusammenfassungen und Wiederholungen von Inhalten

 

Aktuelle Themen der Medien

 

Einführungen

 

Absolute Grundlagen (Basisdefinitionen)

 

Beispiele, die nur zum Verständnis von etwas angeführt wurden

 

Exkurse

 

Inhalte der letzten/ vorletzten Stunde (wenn die Inhalte kompliziert sind und die Klausur unmittelbar bevorsteht)

 

 

Psychogramm des Profs/ Lehrers erstellen

  • Welches Ziel verfolgt er/ sie?
  • Worauf legt er/ sie besonders wert?
  • Was würdest du an seiner/ ihrer Stelle prüfen?
  • Unterschwellige Andeutungen wie:
  • Schaut euch dies nochmal genau an…
  • Wir überspringen mal diesen Bereich, der ist nicht so wichtig…
  • Das war ein kleiner Exkurs, wir kommen zurück zu…
  • Das solltet ihr euch nochmal genauer ansehen…

 

Wie viel Zeit/ Platz habe ich?

Versuche deine Arbeit in Teilaspekte aufzugliedern, wie z.B.

  • These – Gegenthese – Synthese
  • Aspekt 1 (Vor- und Nachteile) – Aspekt 2 (Vor- und Nachteile)
  • Theorie – Praxis – Probleme bei der Anwendung

Ordne den einzelnen Gliederungspunkten eine feste Seitenzahl, z.B. pro Aspekt nicht mehr als 2 Seiten. So bist du quasi gezwungen, die zentralen Aspekte auszuwählen.

 

Last Minute Tipps für jede Prüfungsform

KISS – Keep it simple and significant:

  1. Halte Inne: Achte auf eventuelle Hinweise seitens deiner Lehrkraft
  2. Was möchte der Prüfer wissen? Denke vom Standpunkt des Prüfers aus. Was würde er gerne an Kernpunkten, Fakten, Vergleichen oder Anwendungen sehen? Mache eine Checkliste
  3. Lies die Fragen genau & aufmerksam, achte auf die Operatoren.
  4. Lieblingsthema: Falls du eine Auswahl hast, nehme die Themen, die dich interessieren oder die du schon mal bearbeitet hast. Spiele deine Stärken aus
  5. Beginne generell mit dem Thema, das dir am meisten Punkte bringt. Solltest du dich schnell stressen oder nervös machen lassen, beginne eventuell mit einem Thema, welches dir gut liegt.
  6. Bearbeite zunächst alle Themen, zu denen du auf Anhieb etwas schreiben kannst. Achte bei deinem Schreibumfang auf die Gewichtung der Aufgaben. Markiere dir bisher Ungelöstes. So kannst du später schnell darauf zurückkommen.
  7. Bei der Bearbeitung der Aufgaben, lege dir zunächst ein Brainstorming/ eine Mindmap an. Identifiziere die relevanten Punkte und bringe sie in eine sinnvolle Reihenfolge. Dann fange an zu schreiben.
  8. Verschwende keine Zeit auf Schönheitskorrekturen, falls du ein Zeitproblem hast. Inhaltliche Verbesserungen wirken sich im Allgemeinen positiver auf deine Note aus.

 

Das solltest du mitbringen:

  • Snacks und Getränke
  • Schreibmaterial: Schreibstift, Tip-Ex, Radiergummi, Bleistift
  • Bilder von lieben Menschen,

etwas Beruhigendes, einen Talisman

  • Etwas, dass dich ans durchatmen &

fokussieren erinnert

 

 

 

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